Ortler (3905m)

Ortler mit Ski - ein Versuch

Karte TABACCO Blatt 08 Ortlergebiet 1:25000

Anfahrt Vinschgau - Prad - Trafoi - Hl. Drei Brunnen

Ausgangspunkt Parkplatz im Talschluss (1594m)

Hüttenzustieg Vom Parkplatz über die Brücke nach Osten und auf Weg Nr. 15 immer steil bergauf bis zur Berglhütte (2188m). 11/2h 600hm

Schon von Weitem ist der Ortler sichtbar
Wer vom Reschenpass anreist, passiert die eindrückliche Churburg
Die Kapelle Heilig Drei Brunnen
Der Aufstieg zur Hütte ist steil
An dieser Stelle ein Danke dem Hüttenwirt

Beschreibung Von der Hütte zunächst eben in das Tal dem Weg Nr. 18 (Payerhütte) folgen. Nach wenigen hundert Metern an geeigneter Stelle zwischen Moränen in südöstlicher Richtung in das steil ansteigende Tal. Unter den bedrohlichen Serracs des oberen Ortlerferners bis in den Kessel am Talende. Nun nach Süden die rechte von zwei Rinnen hoch. Die letzten 100hm die Ski durch die Trafoier Eisrinne tragend zum Grat, wo man auf den Sommerweg trifft. Nun nach rechts queren in das Bärenloch, wo man in einem Bogen ansteigt und die umschliessenden Felsen bei guten Bedingungen mit den Skiern durchsteigt. Auf Höhe des Lombardibiwaks (3316m)  folgt man dem Rücken aufwärts zu einer kurzen, aber steilen Eisflanke. Nochmals schnallt man die Skier auf den Rucksack und durchsteigt die Flanke, um schliesslich das obere Ortlerplateau zu erreichen. Einen mächtigen Eispilz umgeht man je nach Bedingungen entweder unterhalb in direkter Linie zum Gipfel oder oberhalb in einem weiten Linksbogen. Dann einfach, aber durch Spaltenzonen zum Gipfel (3905m).

Abfahrt wie Aufstieg. Bei guten Bedingungen kann man vom Bärenloch in Falllinie noch einige Meter weiter abfahren, um dann nach rechts in die Trafoier Eisrinne zu queren. 

Gehzeit 5-6h 1700hm

In der Trafoier Eisrinne
Das Bärenloch
In der Steilstufe unterhalb des Lombardi-Biwaks
Die letzte Eisflanke vor dem relativ flachen Gipfelplateau

Leider hat uns der Nebel auf dem oberen Ortlerplateau, nur gut zweihundert Meter unter dem Gipfel, zur Umkehr gezwungen. Es ist ein mühsamer Weg auf den Ortler. Von Heilig Drei Brunnen weg geht es rasant aufwärts. Zunächst im Wald zur Hütte. Dann durch mächtige Lawinenkegel zur Trafoier Eisrinne, immer die Seracs des Ortlerferners im Nacken. Durch die Rinne mit den Skiern am Rucksack. Die bei Blankeis heikle Querung zum Bärenloch. Dann wieder steil zum Lombardi-Biwak. Ein letzter Eisaufschwung zum zerfurchten Rand des Ortlerferners. Der Blick schweift über den weiten Gletscher. An den Gipfelfelsen branden Nebel an. Und diese werden uns zum Verhängnis. Am Seil müssen wir abfahren. Unter die dichten Nebel tauchen, bis die Sicht wieder klar wird. Die steilen Eisflanken rutschen wir ab, im Pulverschnee ziehen wir schöne Linien und schliesslich suchen wir uns unseren Weg im Firn durch die Lawinenkegel. Kurz vor der Hütte schnallen wir uns die Skier auf den Rucksack und steigen hinab ins Tal, wo schon der Sommer angebrochen ist.

Der Pulver ist tückisch. Mal warten versteckte Eisknollen, mal  erwischt man einen tückischen Wechsel zwischen Schnee und Eis

Val Verzasca

Wilde Verzasca

Karte Swisstopo Nr. 1292 Maggia 1:25000

Anfahrt Bellinzona - Gordola - Vogorno - Lavertezzo. Von hier mit dem Bus nach Sonogno

Ausgangspunkt Sonogno (918m)

Beschreibung Vom Dorf zu den Sportplätzen und über die Redòrta. Nun auf der rechten Flussseite bis Frasco, wo man auf einer wackligen Hängebrücke den Bach überquert. Kurz hoch zur Strasse und bei der Brücke links den Steig hinunter. An verfallenen Siedlungen vorbei durch das flache Tal bis Brione, wo sich die Redòrta mit der Osura zur eindrücklichen Verzasca verbindet. Immer auf der linken Flussseite bis zur nächsten Strassenbrücke talaufwärts. Hier überquert man nochmals den Fluss und folgt nun einem schönen Weg dem Tal bis hinaus nach Lavertezzo mit seiner bekannten Ponte dei Salti (545m), welche zugleich Ende und Höhepunkt dieser Wanderung bildet.

Gehzeit 4-41/2h wenige Höhenmeter

Locarno am Lago Maggiore
Sonogno
Ponte dei Salti

Chrummfadeflue (2074m)

Wasserschlacht und Frühjahrsschnee

Karte Swisstopo Nr. 253S Gantrisch 1:50000

Anfahrt Bern - Riggisberg - Rüti - Wasserscheidi

Ausgangspunkt Wasserscheidi (1584m)

Beschreibung Vom Parkplatz Südostwärts den Kamm entlang und hinein zur Obernünene Hütte (1689m). Dort nach Osten hoch und rechts um den Girisberg herum, um dahinter zur Gustiberg--Hütte abzufahren. Östlich den mässig steilen Hang hoch in flacheres Gelände und weiter zum Kamm, über den man in einem Rechtsbogen schliesslich den Grat erreicht. Nun wenige Meter einfach über den etwas ausgesetzten Grat kraxelnd nach rechts zum Gipfelkreuz (2074m)
Abfahrt wie Aufstieg mit einigen kurzen Eggenanstiegen

Aufstiegszeit 11/2h-2h 600hm (mit Gegenanstiegen)


Die letzten Meter führen über den Felsgrat

Zugegeben, der Chrummfadeflue war nur eine Notlösung für diesen angebrochenen Tag. Aber kurz nach 6:00Uhr, im Zug nach Lauterbrunnen auf dem Weg zum Jungfraujoch, von wo aus wir den Mönch versuchen wollen, holt uns die Gewissheit ein, dass ein warmes Bett doch die bessere Alternative gewesen wäre, die Jungfraubahn ist wegen des Sturmes ausser Betrieb. Am Rande erwähnt handelt es sich nicht um eine Seilbahn, sondern um eine Eisenbahn.
Also zurück und nach Konsultation der Strassenkarte (Massstab 1:300'000) ins Gantrischgebiet. Auf Gut Glück zupfen wir uns von der Passstrasse einen Gipfel aus dem Panorama, der noch etwas Schnee verspricht. 
Den Zeitvorteil der kürzeren Tour fackeln wir dann am späten Nachmittag zusammen mit ein paar Grill-Würsten ab.

Vorabend in Bern
Vor Lauterbrunnen
Nach Lauterbrunnen
EigerMönchundJungfrau - zumindest sehen durften wir sie
Coop gibt die Marschrichtung vor

fotos © michaeldellantonio | gustavosteffens

 

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